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Lästige E-Scooter: Mehr Schaden als Nutzen!

Lästige E-Scooter: Mehr Schaden als Nutzen!

Inzwischen haben sie auch Dresden erreicht: Vor allem in der Innenstadt begegnen einem sogenannten E-Scooter immer häufiger. Sah man früher noch Kinder auf flinken Holzrollern dahinbrausen, so haben sich nun Erwachsene – im Zeichen der angeblich umweltfreundlicheren „E-Mobilität“ – diesem neuen Trend verschrieben. Bereits Anfang August wurde angekündigt, dass bald mehr als 1.000 Stück in Dresden zu finden sein sollen. Doch die Elektro-Roller gelten als umstritten: Nicht selten blockieren sie Wege, auch die gesamte Umweltbilanz muss dringend hinterfragt werden – ebenso wie Unfallpotenzial und die Arbeitsbedingungen der „Einsammler“. In der Dresdner Innenstadt sorgten die Roller, die mit bis zu 20 km/h unterwegs sind, bereits für das ein oder andere Ärgernis.

Verbotszonen werden in Dresden ignoriert

Denn in einer zwischen der Stadt Dresden und Leihunternehmen geschlossenen Vereinbarung (https://www.dresden.de/de/stadtraum/verkehr/rad-fuss/040-E-Scooter.php) wurde festgelegt, dass E-Scooter innerhalb „roter Zonen“ im öffentlichen Straßenraum nicht abgestellt werden dürfen. Betroffen sind davon in erster Linie die Areale Altmarkt, Neumarkt, Schloßplatz, Theaterplatz, Neustädter Markt, Palaisplatz, Fürstenzug und Schloßstraße. Laut einem Artikel der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ vom 25. Juli sowie Augenzeugenberichten und eigenen Recherchen wird dieses Verbot regelmäßig ignoriert – ausgerechnet in der bei Einheimischen wie Touristen beliebten Dresdner Innenstadt. Hinzu kommt außerdem: Nicht selten werden die Fahrzeuge umgestoßen oder mitten auf dem Gehweg platziert. Das stellt eine akute Gefährdung der Fußgänger dar – betroffen sind vor allem behinderte Menschen und Kinder. Wie lange will die Stadt Dresden diese akuten Missstände noch dulden?

Auch die Fahrer der in der Regel fast lautlosen Gefährte werden regelmäßig in gefährliche Unfälle verwickelt: Erst Ende August stürzte eine 30-Jährige auf der Großenhainer Straße von einem Roller und zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu (https://www.dnn.de/Dresden/Polizeiticker/E-Scooterfahrerin-erleidet-schwere-Verletzungen ). In mehreren Städten gab es bereits Todesfälle. Entgegen der vor kurzem erlassenen Verordnung für Elektro-Kleinstfahrzeuge zwängen sich mitunter auch mehrere unbedarfte Personen auf die flotten Flitzer – der Straßenverkehr wird so zusätzlich gefährdet.

Experten warnen vor negativer Umweltbilanz

Ob all diese Risiken durch eine positive Umweltbilanz ausgeglichen werden, darf indes bezweifelt werden. Laut einer aktuellen Studie (https://www.heise.de/tr/artikel/E-Scooter-sind-nicht-klimafreundlich-4483898.html ) der „North Carolina State University“ ist die Nutzung der E-Scooter keineswegs CO2-neutral. Insbesondere Material, Herstellung und die kurze Lebensdauer der Scooter (derzeit 3-12 Monate, Akkus halten etwas länger), aber auch das Einsammeln und Verteilen durch Transporter mit Verbrennungsmotor sorgen für einen nicht zu unterschätzenden CO2-Verbrauch.

Ausgelasteter Dieselbus umweltfreundlicher

Die bisher als umweltfreundlich gepriesenen Gefährte können laut der Studie aus North Carolina sogar bis zur Hälfte des CO2-Verbrauchs eines herkömmlichen Autos beanspruchen, nämlich rund 200 Gramm CO2 pro US-Meile. Demnach würden überall abstellbare E-Scooter mehr Treibhausgasemissionen pro zurückgelegter US-Meile erzeugen als ein normaler Dieselbus mit hohem Auslastungsgrad! Erschwerend kommt hinzu, dass die Elektroroller oft nicht als Alternative zum Auto, sondern zu kurzen Fuß- oder Radwegen verwendet werden. Was sagen nun die grünen Auto-Hasser?

Prekäre Arbeitsbedingungen

Ein weiteres, besorgniserregendes Kapitel, das von den sich als besonders sozial gebarenden Linksliberalen in der Regel ignoriert wird: Die mit Einsammlung, Aufladung und Verteilung der Fahrzeuge erfolgt oft unter höchst fragwürdigen arbeitsrechtlichen Bedingungen. „Die Arbeitsbedingungen rund um die E-Scooter sind miserabel. Schwere Arbeit wird schlecht bezahlt. Der Neoliberalismus lässt grüßen“, heißt es (https://taz.de/Schlecht-bezahlte-E-Scooter-Arbeit/!5610997/) selbst in der nicht gerade Autofahrern und Elektro-Skeptikern zugeneigten „taz“.

Nach einer akzeptlaben, umweltfreundlichen und sozialen Alternative zum herkömmlichen Verbrenner klingt all dies nicht. Erste Städte haben die E-Scooter bereits verboten – darunter auch New York! Auch in Dresden sollte darüber offen diskutiert werden.

Bereits jetzt empfiehlt es sich, das bewährtere und in vielerlei Hinsicht gesündere Fahrrad zu nutzen.